Freimaurerei

Die "Verschwörung" zum Guten

Seitdem vor über 250 Jahren die moderne Frei­mau­re­rei an die Öffent­lich­keit trat, wird sie teils arg­wöhn­isch beob­achtet und als geheim­nis­volle Or­ga­ni­sa­tion, die im Hin­ter­grund des poli­tischen Ge­sche­hens agiert, ver­un­glimpft.

Was aber ist Freimaurerei? Auch wenn die Philosophie und der geistige Anspruch nicht auf wenigen Zeilen zusammen zu fassen ist, wollen wir Ihnen dennoch Informationen über den Bund mit den vielen Geheimnissen geben.

 

Die Bauhütten der Gotik

Die heutige Freimaurerei entstand aus den Bau­hüt­ten der Go­tik. Hier fan­den sich Men­schen zu­sam­men, die über das da­mals ge­heime Wissen über Archi­tek­tur, Sta­tik und Mate­rial­kunde ver­füg­ten und als ein­zige die uns auch heute noch be­ein­druck­en­den Dome und Kathe­dra­len bau­en kon­nten.

Als freie Män­ner rei­sten sie quer durch Eu­ropa, wa­ren kei­nem König un­ter­tan und auch durch kei­ne Zunft­ord­nung ein­ges­chränkt. Ge­bun­den wa­ren sie nur durch ih­ren Eid gegen­über an­der­en Mau­rern, nie ei­nes der Geheim­nisse der Bau­kunst an Un­be­fug­te zu ver­raten. Und da es da­mals noch keine Pässe oder Aus­wei­se gab, ver­ein­bar­ten sie ein System von ge­heim­en Wor­ten, Zei­chen und Hand­grif­fen, mit denen sie sich gegen­über an­deren frei­en Maurern aus­wei­sen kon­nten.

Durch die ständige Beschäftigung mit den ab­strak­ten Wissen­schaf­ten der Mathe­matik und der Chemie ent­stan­den freie Gei­ster, die sich nicht unter das Edikt einer „gott­gewol­lten“ Hie­rar­chie stel­lten, son­dern viel­mehr das Können

des einzelnen Menschen in den Vordergrund stellten und ihn lediglich nach seinen persönlichen Fähigkeiten beurteilten.

Die freien Maurer waren so – trotz ihrer Nähe zur katholischen Kirche – als Individuum eine Gefahr für das starre und hierarchisch gegliederte System des Mittelalters. Die Abschottung gegenüber der Gesellschaft war daher auch ein Schutz gegenüber Inquisition und Standesdünkel. Nur in der Bauhütte galt das Wort des einfachen Mannes, nur hier im Schutz seiner Brüder konnte er ohne Gefahr seine Gedanken ausbreiten.

Dieser Schutz gegenüber Außenstehenden
machte die Bauhütten auch für Nichtmaurer interessant. Bereits im 14. Jahrhundert nahmen nachweislich schottische und englische Bauhütten auch Menschen anderer Berufe und Stände auf – die Lodge, so der englische Name für Hütte, wurde zu einem Schutzraum für freie Gedanken und Philosophien zu Staat und Gesellschaft.

Die Arbeit am rauhen Stein

1717 entstand aus diesen alten Bau­hütten die heu­tige Frei­maurerei. Mit der begin­nenden Auf­klär­ung und ihrer kla­ren Tren­nung zwi­schen Staat und Kir­che und mit ihrer Idee ei­ner indi­vidu­ellen Frei­heit des Ein­zel­nen, der nur sich und sei­ner Mo­ral gegen­über ver­ant­wort­lich ist, be­stand­en die ehe­malig­en lod­ges – oder in der deut­schen Über­setz­ung, Lo­gen ge­nannt, kaum mehr aus Mau­rern und Stein­metz­en.

In­so­fern war es nur fol­ge­rich­tig, dass die Ar­beit sich von einem fakt­ischen Bau hin zu einem speku­lati­ven Bau ent­wickel­te. Nicht mehr der Dom als sol­ches war das Tä­tig­keits­feld der Dom­bau­mei­ster, son­dern das Zu­sam­men­leben der Men­schen un­ter­ein­ander wurde zur neuen Bau­stel­le der Frei­maurerei.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die mo­derne Frei­maurerei ist quasi ein seit über 250 Jahren dauern­der Feld­ver­such, ob man die Men­sch­heit än­dern kann, wenn man den ein­zel­nen ändert.

Denn das zentrale Ele­ment der Frei­mau­re­rei ist die Ar­beit des Ein­zel­nen an sich selbst. Ab­ge­leit­et von den al­ten Bau­mei­stern spre­chen die heut­igen Logen­mit­glie­der von der Ar­beit am rauen Stein, wenn sie von sich selbst spre­chen und ihre Bau­stel­le ist der „Tem­pel der Humani­tät“. Inso­fern ist die Frei­mau­re­rei auch keine Or­gani­sation mit sozialem oder mildtätigem Anspruch.

Anders als bei den so ge­nann­ten Ser­vice-Clubs wie Ro­tariern oder Lions steht in der Frei­maurerei nicht die so­iale Aktivi­tät im Vor­der­grund, son­dern diese soll viel­mehr aus der Ar­beit des Ein­zel­nen an sich selbst und aus dem da­raus fol­gen­dem Grup­pen­er­leb­nis he­raus er­wach­sen.

Wegbereiter der Moderne

Die Gründung eines Krankenhauses für weibliche Bedienstete“, die Urzelle des Elisabeth Alten- und Pflegeheimes, war daher nicht nur eine mildtätige Tat, sondern beinhaltet auch eine sozialpolitische Komponente. Das Konzept des Krankenhauses forderte von dem jeweiligen Dienstherrn eine finanzielle Mitwirkung, stellte also die soziale Schutzbedürftigkeit des Angestellten in den Vordergrund. Es bildete quasi eine Keimzelle der heute überall durchgesetzten Sozialversicherungsidee und war

daher in seiner Zeit revolutionär. Auch die moderne Schanzenresidenz ruht auf dieser Ethik der Freimaurerei.

Das Haus soll zeigen, dass auch in Zeiten der mit spitzem Stift regulierenden Pflegekassen eine moderne und für alle Menschen offen stehende Institution so geführt werden kann, dass der alte Mensch nicht auf seine Menschenwürde und seine Individualität verzichten muss.

Die Schanzenresidenz will viel­mehr ein Bei­spiel dafür sein, dass trotz aller für das Über­leben der In­sti­tu­tion not­wend­igen Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nung­en der Mensch jeder­zeit im Vorder­grund stehen kann.

Der Wunsch die Welt zu verbessern

Die Frei­maurerei ist den­noch von vie­len Men­schen immer arg­würdig be­trach­tet worden. Viele Thriller und Ver­schwör­ungs­romane beschäf­tigen sich mit den ge­heim­nis­vol­len Ri­ten der Frei­maurer. Sicher­lich ist die Frei­maurerei auch ein Mysterien­bund, bildet aber dennoch keine ver­schwörer­ische Ver­eini­gung zum Sturz des Staates.

Sie steht sogar absolut hin­ter dem Rechts­staat, denn nur diese Form kann garan­tier­en, dass wirk­lich jeder Mensch ohne Ansicht seiner Per­son gleich be­han­delt wird. Die Frei­maurer sind da­her ge­gen jeden Will­kür­staat und be­kämpf­en je­den Ver­such, die De­mo­kra­tie und die Frei­heit des Ein­zel­nen zu be­schnei­den. Nur tut dies nie die Organi­sation als solche. Es gibt kei­ne Kam­pagnen der Frei­maurerei, da dies auf­grund der Organi­sations­form gar nicht reali­siert werden könnte.

Denn die Großlogen und die darunter agierenden regionalen Logen sind strikt basis­demo­kratisch organi­siert. Jede Loge wählt jährlich ihren vor­stehen­den Mei­ster vom Stuhl, die­se wäh­len die je­weil­ige Distrikts­leit­ung und diese wie­derum die Ver­treter der natio­nalen Groß­loge.

Dennoch waren und sind die Logen immer ein Hort neuer Ideen gewesen. Dies liegt aber in der besonderen Schutzathmosphäre der Loge, in der sich Menschen frei austauschen können. Insofern fanden sich in allen Jahrhunderten immer wieder kritische und wache Geister auf dem Boden einer Loge zusammen, um Neues zu denken und zu wagen.

Obwohl also die meisten der Gründerväter der USA Freimaurer waren, haben die Freimaurer nicht die USA gegründet.

Auch wenn der italienische Revolutionär Garibaldi Freimaurer war, haben diese nicht den Zusammenschluss Italiens zu einer Nation vorangetrieben.

Mozart wäre zwar auch heute ein Musikgigant, aber wahrscheinlich gäbe es nicht die freimaurerisch inspirierte Zauberflöte.

Und Lessing wäre auch ohne Mitgliedschaft in einer Hamburger Loge ein großer deutscher Dichter geworden, er hätte allerdings vielleicht nicht das Drama „Nathan der Weise“ mit seinem freimaurerischen Inhalt geschrieben.

Logen sind immer ein Ort der Begegnung. Die Freimaurerei steht dabei jedem ernsthaft denkendem Mann offen und jeder kann Mitglied werden. Es gibt keine Beschränkung nach Herkunft oder sozialem Status. Und so treffen sich hier Männer, die sich ansonsten wahrscheinlich nie im Leben getroffen hätten. Es diskutieren Mitglieder aller Parteien und Organisationen auf einer Ebene im brüderlichen Gespräch und finden gelegentlich Lösungen, die im normalen Leben vielleicht nie entstanden wären.

Freimaurer kommen aus allen gesellschaftlichen Strömungen und Lagern. In der Loge sitzt der Handelsvertreter mit dem Rechtsanwalt zusammen, der Hausmeister trifft den Leiter einer Werbeagentur und der Lehrer diskutiert mit dem Malermeister.

Allen gemeinsam ist der Wunsch, die Welt zu verbessern. Und alle fangen da an, wo es am schwersten ist: bei sich selbst und bei der nächsten, überschaubaren Umgebung.

Sollten auch Sie Interesse an der Freimaurerei haben, können Sie sich gern an eine der Kontaktadressen der fünf Logen wenden, die als Träger der Schanzenresidenz fungieren.

Sie erhalten dann eine Einladung zu den regelmäßigen Gästeabenden, bei denen Ihnen die Idee von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit näher gebracht wird.

 

Absalom zu den drei Nesseln
www.absalom.de

St. Georg zur grünenden Fichte
www.georg-hh.freimaurerei.de

Emmanual zur Maienblume
www.ezm-hamburg.de

Ferdinande Caroline zu den drei Sternen
www.freimaurer-loge-ferdinande-caroline.de

Ferdinand zum Felsen
www.fzf.hamburg.freimaurer.org